Ich lese ja jeden Morgen die Nachrichten. In der letzten Zeit liest man dort häufiger: „Hafer ist gut für die Darmgesundheit“ und gleich daneben „Hafer ist schlecht für den Blutzucker“. Was soll man daraus schließen? Darf man sich jetzt aussuchen, welche Schlagzeile man glaubt?

Um es kurz zu sagen: Iss doch einfach, was du willst! Lass dich nicht von täglichen Medien-Meldungen verunsichern, die nur auf Klicks aus sind.

Warum Verbote immer Heißhunger erzeugen

Wenn wir einem Lebensmittel das Etikett „verboten“ aufdrücken, passiert im Gehirn etwas Faszinierendes: Das Belohnungszentrum misst diesem Lebensmittel plötzlich einen extrem hohen Stellenwert bei. Der Drang danach wird unbezwingbar.

Gibst du dir hingegen die bedingungslose Erlaubnis, alles zu essen, verliert die Schokolade ihren mystischen Reiz. Du kannst ein Stück genießen und die Packung entspannt wieder in den Schrank legen.

„Wenn du aufhörst, Lebensmittel in ‚gut‘ und ‚böse‘ einzuteilen, verliert das Essen seine Macht über deine Gedanken und wird wieder zu dem, was es ist: Genuss und Energie.“

Anne Krenzin

Biologischer Hunger vs. Emotionaler Appetit

Der Schlüssel liegt in der Wahrnehmung deiner Körpersignale. Biologischer Hunger entwickelt sich langsam und ist im Magen spürbar. Emotionaler Appetit kommt plötzlich und verlangt nach einem ganz spezifischen Geschmacksträger zur Betäubung von Stress.

Nutze die 10-Stufen-Hungerskala: Beginne zu essen, wenn du bei Stufe 3 oder 4 bist – und beende deine Mahlzeit bei einer angenehmen, vitalen Sättigung auf Stufe 5 bis 6.

Die 10-Stufen-Hungerskala zur Selbstreflexion

Stufe 1–2 Heißhunger, Zittrigkeit, Reizbarkeit ✕ Zu spät gegessen
Stufe 3–4 Spürbarer biologischer Hunger, Magenknurren ✓ Optimaler Essensstart
Stufe 5–6 Angenehm satt, vital, energiegeladen ✓ Optimaler Stopp
Stufe 8–10 Völlegefühl, Müdigkeit, Magen drückt ✕ Überessen

Die 10-Stufen-Hungerskala in der Praxis